Auf dem
Jakobsweg
Ein
Mensch, nicht wissend, was er tut,
lebt so
ein Leben lang recht gut.
Nach
außen hin war seine Welt
bestimmt
von Ansehn, Ruhm und Geld.
Doch
innerlich war irgendwo
er
seines Lebens nicht mehr froh.
Und so
begann er halt zu trinken,
um mit
dem Alltag zu versinken
in eine
Welt der Illusionen,
wo nur
noch nette Menschen wohnen,
wo
Ecken sind, doch alle rund
und
alles lebt in Gottes Grund.
Und
plötzlich strömt aus diesem Kraft
für
eine lange Pilgerschaft.
Ließ
Arbeit, Haus und Frust zurück
und
ging und ging ins neue Glück.
Und
nach sechs Monat’ langem Gehen,
begann
er vieles zu verstehen.
Das
lange Gehen hat gut gegriffen,
das Ego
etwas abgeschliffen
und
alle Ecken wurden rund.
Lebt
wirklich jetzt in Gottes Grund,
schlüpft
irgendwann dann wieder rein
in des
Lebens leichtes Sein.
Lourdes (2004)
Zu Fuß durch Frankreich in 80 Tagen,
das Lebensnotwendige auf dem Rücken getragen,
wie ein Vogel geruht
in der Sonnenglut,
gelassen gesessen auf schwingendem Ast,
bei jeder Schwingung schwindet Ballast.
So wird das Leben wieder frei
für jede erdenkliche Sauerei.
Und plötzlich bin ich dann in Lourdes
mit Hinz und Heinz, Lisa und Kurt,
doch traurig singt das innere Herz,
ob soviel Trubel und Kommerz.
Doch schließlich kehr’ auch ich zurück
-
vorbei ein Abschnitt Lebensglück.
O-Stern O-Wunder
Zuerst der No-Stern klar und hell.
Er strahlt in weiter,
weiter Ferne.
Wir fürchten Krieg
und lieben We-Stern
und auch Krimis haben
wir gerne.
O-Stern
gerät schon ins Vergessen,
weil zuviel Eier wir
da essen
und auch viel zu Sü-Stern sind.
Darum lasst uns stets
bemühen,
dass keiner möge je
verglühen.
Harmonie
Kaum eine Glocke schwebt über
allem.
Wie kann es Frieden geben,
wenn du so bissig bist.
Vielleicht flößen die Schamlippen
dir später doch mehr Respekt
ein.
Für
meinen Vater
Ein lebendig Element
an den Rand gedrängt
zerfällt.
Wenn man von außen dies
betrachtet,
aufs Leben so man wieder achtet.
Gemessen an den vielen Fällen,
den dunklen aber auch den
hellen,
wo man ja so rasch vergisst,
wer im Grunde man wohl ist.
Unter der Maske gut zu sein,
lauert oft ein seltsam Schwein,
das Stamm und Würde leicht
vergisst
und auf die Meinung andrer
pisst.
Doch schreibst du alles auf
Papier,
geduldig es erträgt dies Tier
Das Schwein jetzt gar nicht mehr so fremd,
legst du nun ab, fast wie ein
Hemd.
Drum denke dran: in diesem
Leben,
sollst du dem Schwein in dir
vergeben.

Advent,
Advent, der Euro brennt
Das Vorspiel
startet im September,
der
letzte Akt ist im Dezember.
Wirtschaft,
Euro und der Handel
verweben
sich zum Liebesbandel.
Der da
oben schaut nur zu,
die da
oben geb’n ka Ruh,
bau’n
an uns’rem Lebenssinn,
den wir
alle doch gut kennen,
ja, der
Euro, der muß brennen.
Wir
wissen ja, was sie bezwecken,
die
Wirtschaft schon wölbt vor ihr Becken
und
öffnet schamlos all die Stellen,
die den
Euro-Stamm lässt quellen.
Der
Handel, fördert diesen Sport
und
lockt und reizt nur immerfort,
bis es
dann endlich ist soweit
und für
den letzten Akt bereit.
Der
Euro schiebt sich langsam schwer
tief in
das wirtschaftliche Meer
und
stößt und reibt, da zischt die Gischt,
weil
sich jetzt hart und weich vermischt
und
schlumpft und schlanzt und schlimpert viel,
so
geht’s halt zu bei diesem Spiel.
Und
immer toller wird’s getrieben
und
immer schneller wird das Drängen,
man
könnt’ fast meinen, dass sie sich lieben
und wie
im Rausche sich vermengen.
Die
Wirtschaft stöhnt und ächzt vor Lust,
ihr
wird ihr Höhepunkt bewusst.
Der Euro
sprüht den dicken Saft,
die so
genannte Wirtschaftskraft,
über
die ganze Wirtschaft hin.
Das ist
des Spieles hoher Sinn.
Erschöpft
und müd’ vom langen Tun,
die
Beteiligten nun ruh’n.
Ein
letztes Mal Euro-Geschwenke-
nun
haben wir endlich die Geschenke.
Ganz
kurz wird’s doch noch friedlich still,
so
wie’s der oben halt so will.
Der
Mensch, er fühlt sich beinah’ wohl,
doch
greift er jetzt zum Alkohl.
Der
bringt hervor, was ihn beklemmt
und ihn
vom Leben hat getrennt.
Die
Eltern, Freunde, Chefitäten,
die
alle ihn zum Feinde hätten.
So
fällt er rasch und wie ein Hammer
In
seinen Jahres-Katzenjammer.
Das
ganze ist global bekannt,
bei uns
wird’s Weihnachten genannt.